...nimmt die Zeit niemals Bedacht - sie fliegt von hinnen, um das ihre nur besorgt. (Euripides)
Donnerstag, 15. Mai 2008
Morgens am Strand
Daher haben wir gestern Abend nochmal alle eingeladen vorbei zu kommen um sich zu verabschieden. Damit die zwei wenigstens ein bisschen schlafen können sind wir dann alle in den Studentspub. Das geht immer nur bis um 2, also saßen wir noch in anderen Häusern mit anderen Leuten rum um die Zeit bis halb 4 tot zu schlagen. Zwischendurch wurden wir von Mauro bekocht, es hatte also auch was Gutes. :-)
Um halb 4 dann sind wir eben zu uns ins Haus. Dann ging alles ziemlich schnell. Die restlichen Taschen noch in die Autos, viele Umarmungen und Tränen und dann waren sie schon weg.
Das Abschiedskommando bestand aus: Bine, Rosi, Okan, Damien (Belgier, wohnt gegenüber) und mir.
Wir standen dann noch eeeewig auf der Straße rum und haben geredet. Es wurde immer heller dabei, immer mehr Vögel haben angefangen zu zwitschern.
Mir war klar, dass ich noch nicht schlafen kann. Die anderen sind ins Bett und ich bin an den Strand. Rosi kam noch mit. Eigentlich wollten wir nur kurz da hin. Naja, es wurden dann zwei Stunden. Das erste Mal, dass ich bei Sonnenaufgang am Strand war. Hier bei uns geht die Sonne zwar nicht im Meer auf, sondern hinter den Dünen, aber es war trotzdem genial!
Um kurz vor halb acht war ich dann schlußendlich im Bett.
Abschied I
Dienstag, 13. Mai 2008
Es kommt eine Nachricht geflogen...
@ Mama: Vibeke hat dir das Haus ewig reserviert. Du sollst ne Woche bevor ihr kommt anrufen und Bescheid sagen. Außerdem fragt sie warum ihr mit dem Auto fahrt. Ihr sollt besser fliegen, ist angenehmer meinte sie. :-) Zuuuudem, hab ich sie das gleich am ersten Abend gefragt, ich vergess sowas nämlich nicht. ;-)
Und Brynjolv und Ingyn sind Ende Juni/Anfang Juli da. Sie würden dich sehr gerne sehen. Du sollst dir mal nen Tag frei nehmen und dich zu ihnen gesellen. *gg*
@ Jonny: das klappt so alles leider nicht. Am Tag nachdem Luis und Vibeke sich entschlossen hatten dich anzurufen hat sich Luisito gemeldet um im Sommer zu arbeiten. Aber Luis hat gesagt, du solltst ihn trotzdem auf jeden, jeden Fall anrufen!! :-) Er hat mir des öfteren ganz begeister von der Zeit erzählt, als ihr bei ihnen wart.
Gestern war das Wetter schlecht, also kalt und bedeckt. Aber dank Wettervorhersagen war uns das schon vorher klar. Leider scheint der Sommer hier fürs erste Mal wieder vorbei zu sein. Heute Morgen sieht es aber wieder genial aus. Strahelnd blauer Himmel und kein Wölkchen.
Filiz hat gerade Besuch von ihrer Schwester und einer Freundin und von denen werden Bine und ich jetzt nochmal zu dem Wasserfall mitgenommen. Jetzt wo alles grün ist und bei Sonnenschein ist das sicherlich nochmal toller als im Februar.
We'll see.
Montag, 12. Mai 2008
Schicksal
Ich habe einen kleinen Test gemacht, in dem es um die Frage ging welches Instrument mich am ehesten wiederspiegelt.
Das Ergebnis:
Saxophone
Well you aren't always perceived as the brightest of the bunch, but you are usually considered the coolest. Associated with sexuality more often than not, this can be both good and bad. It is easy to let this go to your head and become pompus. You tend to be outspoken, and very honest. You like partying and having a good time, but you also know when it's time to focus, and really work hard. You are generally the happy medium between work and play.
Noch ein schönes Zitat:
“The sound of saxophone - which composes a large family of seven different in length saxophones, vibrates among the sounds of brass and wind instruments.
Furthermore, its sound reminds of the string instruments' sound, though it is much louder.
To my opinion, its greatest quality consists of the diversiform beauty of its sound-color, which is sometimes imposing and peaceful and sometimes full of passion, dreamy or melancholic, obscure like the waves of sound, like the wind running through the trees of the forest, or even better, like the mysterious vibrations of a pendulum pulsing in the atmosphere long after its first stroke.
No other musical instrument in the world, from the ones I am aware of, has such an appealing sound-color to vanish into the absolute silence.”
Hector Berlioz
21th April 1849, “Les Journal des Débats"”
Freitag, 9. Mai 2008
Sommer, Sonne, Sonnenschein...
Auch sonst wird es nur noch toller zur Zeit. Das liegt wohl an der allgemeinen 'Endzeitstimmung'. Die ersten verlassen uns schon nächste Woche. Das ist ein bisschen heftig.
Kurze Statements:
- Filiz verbringt die meiste Zeit hier bei uns in Strandparken.
- Bea und Daniela sind zur Zeit auf Besuch bei Bine.
- Daher habe ich mit Bine Zimmer getauscht, damit die drei in einem Zimmer schlafen können. Ist mal ne andere Erfahrung in nem kleinen Zimmer. Aber ich finde ein großes schon besser.
- Gestern waren wir mit unserem Landlord Kanu fahren. Hat unheimlich viel Spaß gemacht. Wir sind den Nissan eine Stunde lang hochgefahren. Haben dort lustige Spiele gemacht. Dartpfeile werfen. Mit nem Blasrohr schießen. Mit nem Luftgewehr schießen und noch andere tolle Dinge. Wer hat verloren? Klaro, meine Gruppe. :-D Dann gegrillt und eine Stunde in die andere Richtung zurück gefahren.
- Dienstag waren Bine, Bea, Daniela und ich in Kopenhagen. Eine richtig süße Stadt. Kommt von der Schönheit aber nicht an Stockholm ran.
- Mittwoch haben Rosi, Filiz, Bine und ich eine große Party geschmissen. 40 Leute, draußen vor unserem Haus verstreut. Mit selbstgemachter Sangria (spanisches Rezept, und alle, v.a. die Spanier waren hin und weg davon), Wodka-Wackelpudding und Dosenstechen. Das hatte ich vorher auch noch nie gemacht. Man lernt nie aus. :-D Die Party war der volle Erfolg. Alle waren absolut begeistert.
- Heute gibts frischen Fisch vom Fischstand in Halmstad.
Viele Grüße an alle in aller Welt!!
Sonntag, 4. Mai 2008
Mein Wochenende im Norden
Mein absoluter Traum als ich mich nach Schweden aufgemacht habe war meine Familie in Norwegen zu sehen. In den ersten Monaten war allerdings so viel los und wir waren so viel unterwegs, dass ich die Hoffnung darauf schon aufgegeben hatte.
Dann aber kam der berühmte Brief meiner Oma, der das ganze ändern sollte.
Zuerst einmal die auftretenden Personen:
- meine Oma – spricht deutsch und englisch
- Onkel Brynjolv, Onkel meiner Mutter, mein Großonkel, der Mann der Schwester meiner Oma, die leider schon verstorben ist – spricht norwegisch und deutsch
- Adny, die älteste Cousine meiner Mutter – spricht norwegisch, deutsch und bestimmt auch englisch
- Per Kristian, Audnys Mann – spricht norwegisch, deutsch und englisch
- Pablo (15), Sohn von Audny und Per Kristian, der Konfirmand – spricht norwegisch und englisch und lernt gerade spanisch
- Gabriel (9), zweitältester Sohn von Audny und Per Kristian
- Maria (8), Tochter von Audny und Per Kristian
- Vibeke, Cousine meiner Mutter, lebt in Spanien - spricht norwegisch, deutsch, spanisch und englisch
- Luis, Vibekes Mann, Spanier - spricht spanisch, deutsch und norwegisch
- Ingyn, Cousine meinter Mutter - spricht norwegisch, deutsch und bestimmt auch englisch
- Kolbjörn, Ingyns Mann – spricht norwegisch und bestimmt englisch
- Brynjolv (der jüngere J ), Cousin meiner Mutter – spricht norwegisch, englisch und deutsch
- Nina, Brynjolvs Frau – spricht norwegisch, deutsch, englisch und spanisch
- Cecilie (22), Brynjolvs Tochter – spricht norwegisch und englisch
- Aurora (13), Brynjolvs und Ninas Tochter – spricht norwegisch, englisch und lernt gerade spanisch
- Emelie (11?), Brynjolvs und Ninas jüngere Tochter
- Øyvor, Schwester von Onkel Brynjolv – spricht norwegisch und englisch
- Svein, Øyvors Mann – spricht norwegisch, englisch und deutsch
- Elbjörk, Onkel Brynjolvs und Øyvors Schwester
- Astrid, Schwester von Per Kristian
und noch so einige andere mehr, aber die bekomm ich nimmer zusammen.
(ich hoffe, ich habe keine Namen falsch geschrieben, oder falsche Angaben gemacht. Wenn doch, bitte ich hiermit schon mal um Verzeihung. :-))
Irgendwann war mir das dann auch zu langweilig also habe ich den Bus zum Flughafen genommen um mir da mal die Menschen anzuschauen. Wirklich eine Freude so was! :-D
Dort hatte ich immer noch jede Menge Zeit über.
Meine Oma sollte erst ca. eine Stunde vor Abflug unseres Flugzeugs nach Tromsø ankommen. Es war von Anfang an klar, dass es knapp werden würde, denn der Flughafen in Oslo ist nicht für seine Schnelligkeit bekannt und sie musste ihren Koffer holen und neu durch den Zoll.
Wir hatten ausgemacht wir treffen uns spätestens im Flugzeug. Also bin ich auf als eine der letzten schlussendlich ohne sie eingestiegen. Aber ich hoffte immer noch sie würde es gerade so schaffen.
Hat sie leider nicht. Aber als ich sie versucht habe zu erreichen war ihr Handy noch aus und als sie versuchte mich zu erreichen hatte ich meines schon ausgeschaltet. Also saß ich im Flugzeug und hatte anfangs kein allzu gutes Gefühl. Aber ich wusste ja, dass sie jemand ist, der das auf jeden Fall geregelt bekommt. Ich war auch so müde, dass ich die meiste Zeit im Flugzeug geschlafen habe, nur zwischendurch habe ich ein bisschen die Landschaft unter mir bewundert.
In Tromsø angekommen wurde ich von Vibeke, Audny und Luis abgeholt. Die konnten mir dann auch berichten, dass das Flugzeug aus Frankfurt Verspätung hatte und meine Oma auf den nächsten Flug, knappe 2 Stunden später umgebucht wurde.
Wir sind dann zu Audny und Per Kristian nach Hause gefahren, wo die meisten der Besucher übernachten sollten. Das Haus von ihnen ist so groß, dass da außer den fünf normalen Bewohnern noch 6 weitere übernachten haben, Vibeke und Luis, Ingyn und Kolbjörn, meine Oma und ich. Für uns beide hat Gabriel extra sein Zimmer geräumt! Das war unheimlich nett von ihm!
Es war unglaublich toll dort anzukommen. Vibeke und Luis hatte ich in den letzten Jahren ab und zu gesehen, eben immer wenn ich in Spanien im Urlaub war. Aber alle anderen eher selten. Aber es war wirklich wie nach Hause kommen. So wie man sich das bei ‚Familie’ vorstellt. Alle sind unheimlich nett, offen, entspannt und tolerant. Wirklich toll!
Zum Abendessen am Freitag gab es gekochten Heilbutt (so einen aromatischen Heilbutt habe ich, glaube ich, noch nie zuvor gegessen!!!) mit Pellkartoffeln, Gurkensalat und einer leckeren selbstgemachten Remoulade. *leckerlecker* Im Laufe des Abends trudelten immer mehr Leute ein. Einfach toll!
Aber der Abend ging für mich nicht lange. Da war ich zu geschafft von der Anreise. Also sind wir um 11 Uhr ins Bett. Und es war noch hell! Das war mit das beeindruckendste. Die Mitternachtssonne hat zwar noch nicht angefangen, aber es wird nur zwischen 11 und 2 Uhr etwas dämmerig. Das wars dann schon. Sehr abgefahren!
Am Samstag sind dann Audny und Per Kristian mit Pablo und Maria, Brynjolv mit den zwei Mädels, Øyvor und Svein, Onkel Brynjolv, Ama und ich mit der Gondel auf einen Berg in Tromsø hochgefahren (ich habe leider vergessen wie der heißt… *schäm*). Wir hatten so Glück mit dem Wetter die ganze Zeit!! Es war zwar nicht warm, so ca. 5 Grad, aber sonnig und da lag noch sooo viel Schneee!!! Unglaublich. Der Ausblick von dort oben über Tromsø und die Umgebung war atemberaubend!
Danach sind Onkel Brynjolv, Ama, Øyvor und Svein mit mir noch kru in die Stadt. Ich wollte Pablo eine CD kaufen und wir haben noch einen kleinen Spaziergang durch Tromsø gemacht. Die Stadt ist wirklich süß! Aber Mama, Papa, ich glaube sie sieht seeeehr anders aus als damals, als ihr dort ward. Mir wurde die ganze Zeit erzählt, dass das alles neu ist. Oder zumindest so ungefähr. :-)
In der Zwischenzeit hatte Brynjolv (Albert) schon gekocht. Es gab Lachs. Der Hammer! Mir läuft noch bei der Erinnerung daran das Wasser im Munde zusammen! Der Fisch dort oben in Nordnorwegen ist aber auch sooo gut, das ist unglaublich! Beim Essen waren wir so knappe 20 Leute. Wie am Abend zuvor wurden die Gespräche am Tisch querbeet in norwegisch, deutsch, englisch und spanisch geführt. Echt der Knaller! :-D
Zu späterer Stunde haben wir noch mit Nina, Vibeke und Luis, Ingyn und Kolbjörn einen Spaziergang gemacht.
Danach saßen alle noch gemütlich zu Hause an der langen Tafel und im Wohnzimmer herum. Ich bin irgendwann mit Astrid ins Gespräch gekommen. Ihr englisch war soo unglaublich gut, dass ich mir echt schon Gedanken über meine Kenntnisse gemacht hatte. Aber es hat sich dann herausgestellt, dass sie Englisch studiert hat und zeitweise in England und in Irland studiert, gelebt und gearbeitet hatte. Da war ich dann doch etwas beruhigt! ;-)
Am Sonntag war dann der große Tag. Die Gottesdienstzeiten in Norwegen sind wirklich nett! Wir waren erst um 1 Uhr mittags dran. Heheheh. In der Kirche haben wir drei Reihen belegt. Und wir saßen wirklich gequetscht wie die Hühner auf der Stange und trotzdem haben nicht alle hingepasst. *gg* Das Prozedere war genau das Gleiche wie auch in Deutschland. Der Gottesdienst war sehr schön und es war spannend die Gebete mal auf norwegisch zu hören. Einige der Lieder kannte ich und auch die anderen habe ich einfach mitgesungen. Denn Elbjörk, neben der ich saß, singt unheimlich cshön und daher war es sehr einfach den Liedern zu folgen. Ich muss ehrlich zugeben mein persönliches Highlight in der Kirche war, dass keine Trompete, Posaune oder sont was gespielt hat, sondern ein Saxophon!!! Am Abend zuvor war ja in Mühlhausen Frühjahrskonzert. Das war schon komisch da nicht dabei zu sein. Und zudem habe ich vor einigen Wochen angefangen das Spielen zu vermissen und das wird von Tag zu Tag stärker. Daher hat mir das sooo gut getan…
Das faszinierend andere im Gegensatz zu Deutschland war, dass in Norwegen vor allem Frauen an solch hohen Feiertagen Trachten tragen. Diese sind zeitlos schön und einfach stilvoll. Manche Männer tragen das auch, und Brynjolv hat mir erzählt, dass wenn man im Berufsleben täglich einen Anzug trägt ist es sehr angenehm wenn dann bei solchen Feierlichkeiten nichts anziehen muss, was mit der Arbeit verbunden ist.
Nach der Konfirmation ging es in ein Hotel, wo gefeiert wurde. Der Nachmittag dort war einfach schön. Es gabe gutes Essen, lustige Spiele, tolle Unterhaltungen.
Am Abend hat dann das Abschiednehmen schon angefangen. Nina und Brynjolv sind mit ihren Mädels und zusammen mit Ingyn und Kolbjörn schon am Abend nach Bodø geflogen, genau wie Øyvor und Svein nach Oslo.
Der Abend klang dann noch gemütlich bei Audny und Per Kristian aus. Da wir schon um kurz vor sechs das Haus verlassen mussten sind wir dann auch nicht all zu spät ins Bett gewandert.
Es war ein unglaublich tolles Wochenende mit schönen Begegnungen, tollen Gesprächen und einfach rundum gut!! Ich werde mich sicherlich nicht sehr lange daran erinnern und bei dieser Erinnerung wird mir einfach richtig warm ums Herz. Das hört sich jett zwar wirklich dramatisch und schwülstig an, aber trifft es einfach. J
Achso, meine Kamera hat leider einen Knall, daher sind meine Bilder nichts geworden. Ich werde mal versuchen möglichst viele zu organisieren und dann auch hier zu posten.
Der Rückweg nach Halmstad war dann sehr angenehm und ich war auch noch zwei Stunden in Oslo spazieren. Und je öfter und je länger ich in Oslo bin bzw. war desto besser gefällt es mir. Oslo ist schon…mhm… ‚speziell’!
Ja, ich weiß, mein Oslobericht und –bilder fehlen noch. Kommt bestimmt noch irgendwann.-)
Das wirklich tolle wieder hier in Schweden zu sein ist (neben den ganzen lieben Menschen um mich herum) ist das Wetter. Mit Ausnahme des 1.Mais – da hat es Bindfäden geregnet – ist es Sommer hier. Wirklich toll! Wir sitzen fast jeden Tag mit unseren Laptops draußen, das Beachvolleyballfeld ist in ständiger Benutzung und es kriechen Menschen aus ihren Zimmern, die ich noch nie zuvor gesehen habe… faszinierend!!! ;-)
