Mein absoluter Traum als ich mich nach Schweden aufgemacht habe war meine Familie in Norwegen zu sehen. In den ersten Monaten war allerdings so viel los und wir waren so viel unterwegs, dass ich die Hoffnung darauf schon aufgegeben hatte.
Dann aber kam der berühmte Brief meiner Oma, der das ganze ändern sollte.
Zuerst einmal die auftretenden Personen:
- meine Oma – spricht deutsch und englisch
- Onkel Brynjolv, Onkel meiner Mutter, mein Großonkel, der Mann der Schwester meiner Oma, die leider schon verstorben ist – spricht norwegisch und deutsch
- Adny, die älteste Cousine meiner Mutter – spricht norwegisch, deutsch und bestimmt auch englisch
- Per Kristian, Audnys Mann – spricht norwegisch, deutsch und englisch
- Pablo (15), Sohn von Audny und Per Kristian, der Konfirmand – spricht norwegisch und englisch und lernt gerade spanisch
- Gabriel (9), zweitältester Sohn von Audny und Per Kristian
- Maria (8), Tochter von Audny und Per Kristian
- Vibeke, Cousine meiner Mutter, lebt in Spanien - spricht norwegisch, deutsch, spanisch und englisch
- Luis, Vibekes Mann, Spanier - spricht spanisch, deutsch und norwegisch
- Ingyn, Cousine meinter Mutter - spricht norwegisch, deutsch und bestimmt auch englisch
- Kolbjörn, Ingyns Mann – spricht norwegisch und bestimmt englisch
- Brynjolv (der jüngere J ), Cousin meiner Mutter – spricht norwegisch, englisch und deutsch
- Nina, Brynjolvs Frau – spricht norwegisch, deutsch, englisch und spanisch
- Cecilie (22), Brynjolvs Tochter – spricht norwegisch und englisch
- Aurora (13), Brynjolvs und Ninas Tochter – spricht norwegisch, englisch und lernt gerade spanisch
- Emelie (11?), Brynjolvs und Ninas jüngere Tochter
- Øyvor, Schwester von Onkel Brynjolv – spricht norwegisch und englisch
- Svein, Øyvors Mann – spricht norwegisch, englisch und deutsch
- Elbjörk, Onkel Brynjolvs und Øyvors Schwester
- Astrid, Schwester von Per Kristian
und noch so einige andere mehr, aber die bekomm ich nimmer zusammen.
(ich hoffe, ich habe keine Namen falsch geschrieben, oder falsche Angaben gemacht. Wenn doch, bitte ich hiermit schon mal um Verzeihung. :-))
Wie ich schon geschrieben hatte, wurde ich um kurz vor zwölf Donnerstag Nacht von Rosi abgeholt und zum Bus gebracht. Komfortabel ist was andere! Aber gut, ich bin ja noch jung und halte so was aus… Musste ich mir zumindest anhören. War aber schon erträglich. Freitag Morgen um 6 Uhr kam ich dann in Oslo an. Ich hatte keine Lust in aller Herrgottsfrüh’ in Oslo rumzulaufen (viel zu viele komische Gestalten auch tagsüber) also hab ichs mir erste zwei Stunden am Busbahnhof gemütlich gemacht – soweit das eben geht – mein Buch gelesen und Leute beobachtet. Was morgens für Leute an einem Busbahnhof auftauchen. Sehr zu empfehlen sich das mal anzuschauen.
Irgendwann war mir das dann auch zu langweilig also habe ich den Bus zum Flughafen genommen um mir da mal die Menschen anzuschauen. Wirklich eine Freude so was! :-D
Dort hatte ich immer noch jede Menge Zeit über.
Meine Oma sollte erst ca. eine Stunde vor Abflug unseres Flugzeugs nach Tromsø ankommen. Es war von Anfang an klar, dass es knapp werden würde, denn der Flughafen in Oslo ist nicht für seine Schnelligkeit bekannt und sie musste ihren Koffer holen und neu durch den Zoll.
Wir hatten ausgemacht wir treffen uns spätestens im Flugzeug. Also bin ich auf als eine der letzten schlussendlich ohne sie eingestiegen. Aber ich hoffte immer noch sie würde es gerade so schaffen.
Hat sie leider nicht. Aber als ich sie versucht habe zu erreichen war ihr Handy noch aus und als sie versuchte mich zu erreichen hatte ich meines schon ausgeschaltet. Also saß ich im Flugzeug und hatte anfangs kein allzu gutes Gefühl. Aber ich wusste ja, dass sie jemand ist, der das auf jeden Fall geregelt bekommt. Ich war auch so müde, dass ich die meiste Zeit im Flugzeug geschlafen habe, nur zwischendurch habe ich ein bisschen die Landschaft unter mir bewundert.
In Tromsø angekommen wurde ich von Vibeke, Audny und Luis abgeholt. Die konnten mir dann auch berichten, dass das Flugzeug aus Frankfurt Verspätung hatte und meine Oma auf den nächsten Flug, knappe 2 Stunden später umgebucht wurde.
Wir sind dann zu Audny und Per Kristian nach Hause gefahren, wo die meisten der Besucher übernachten sollten. Das Haus von ihnen ist so groß, dass da außer den fünf normalen Bewohnern noch 6 weitere übernachten haben, Vibeke und Luis, Ingyn und Kolbjörn, meine Oma und ich. Für uns beide hat Gabriel extra sein Zimmer geräumt! Das war unheimlich nett von ihm!
Es war unglaublich toll dort anzukommen. Vibeke und Luis hatte ich in den letzten Jahren ab und zu gesehen, eben immer wenn ich in Spanien im Urlaub war. Aber alle anderen eher selten. Aber es war wirklich wie nach Hause kommen. So wie man sich das bei ‚Familie’ vorstellt. Alle sind unheimlich nett, offen, entspannt und tolerant. Wirklich toll!
Zum Abendessen am Freitag gab es gekochten Heilbutt (so einen aromatischen Heilbutt habe ich, glaube ich, noch nie zuvor gegessen!!!) mit Pellkartoffeln, Gurkensalat und einer leckeren selbstgemachten Remoulade. *leckerlecker* Im Laufe des Abends trudelten immer mehr Leute ein. Einfach toll!
Aber der Abend ging für mich nicht lange. Da war ich zu geschafft von der Anreise. Also sind wir um 11 Uhr ins Bett. Und es war noch hell! Das war mit das beeindruckendste. Die Mitternachtssonne hat zwar noch nicht angefangen, aber es wird nur zwischen 11 und 2 Uhr etwas dämmerig. Das wars dann schon. Sehr abgefahren!
Am Samstag sind dann Audny und Per Kristian mit Pablo und Maria, Brynjolv mit den zwei Mädels, Øyvor und Svein, Onkel Brynjolv, Ama und ich mit der Gondel auf einen Berg in Tromsø hochgefahren (ich habe leider vergessen wie der heißt… *schäm*). Wir hatten so Glück mit dem Wetter die ganze Zeit!! Es war zwar nicht warm, so ca. 5 Grad, aber sonnig und da lag noch sooo viel Schneee!!! Unglaublich. Der Ausblick von dort oben über Tromsø und die Umgebung war atemberaubend!
Danach sind Onkel Brynjolv, Ama, Øyvor und Svein mit mir noch kru in die Stadt. Ich wollte Pablo eine CD kaufen und wir haben noch einen kleinen Spaziergang durch Tromsø gemacht. Die Stadt ist wirklich süß! Aber Mama, Papa, ich glaube sie sieht seeeehr anders aus als damals, als ihr dort ward. Mir wurde die ganze Zeit erzählt, dass das alles neu ist. Oder zumindest so ungefähr. :-)
In der Zwischenzeit hatte Brynjolv (Albert) schon gekocht. Es gab Lachs. Der Hammer! Mir läuft noch bei der Erinnerung daran das Wasser im Munde zusammen! Der Fisch dort oben in Nordnorwegen ist aber auch sooo gut, das ist unglaublich! Beim Essen waren wir so knappe 20 Leute. Wie am Abend zuvor wurden die Gespräche am Tisch querbeet in norwegisch, deutsch, englisch und spanisch geführt. Echt der Knaller! :-D
Zu späterer Stunde haben wir noch mit Nina, Vibeke und Luis, Ingyn und Kolbjörn einen Spaziergang gemacht.
Danach saßen alle noch gemütlich zu Hause an der langen Tafel und im Wohnzimmer herum. Ich bin irgendwann mit Astrid ins Gespräch gekommen. Ihr englisch war soo unglaublich gut, dass ich mir echt schon Gedanken über meine Kenntnisse gemacht hatte. Aber es hat sich dann herausgestellt, dass sie Englisch studiert hat und zeitweise in England und in Irland studiert, gelebt und gearbeitet hatte. Da war ich dann doch etwas beruhigt! ;-)
Am Sonntag war dann der große Tag. Die Gottesdienstzeiten in Norwegen sind wirklich nett! Wir waren erst um 1 Uhr mittags dran. Heheheh. In der Kirche haben wir drei Reihen belegt. Und wir saßen wirklich gequetscht wie die Hühner auf der Stange und trotzdem haben nicht alle hingepasst. *gg* Das Prozedere war genau das Gleiche wie auch in Deutschland. Der Gottesdienst war sehr schön und es war spannend die Gebete mal auf norwegisch zu hören. Einige der Lieder kannte ich und auch die anderen habe ich einfach mitgesungen. Denn Elbjörk, neben der ich saß, singt unheimlich cshön und daher war es sehr einfach den Liedern zu folgen. Ich muss ehrlich zugeben mein persönliches Highlight in der Kirche war, dass keine Trompete, Posaune oder sont was gespielt hat, sondern ein Saxophon!!! Am Abend zuvor war ja in Mühlhausen Frühjahrskonzert. Das war schon komisch da nicht dabei zu sein. Und zudem habe ich vor einigen Wochen angefangen das Spielen zu vermissen und das wird von Tag zu Tag stärker. Daher hat mir das sooo gut getan…
Das faszinierend andere im Gegensatz zu Deutschland war, dass in Norwegen vor allem Frauen an solch hohen Feiertagen Trachten tragen. Diese sind zeitlos schön und einfach stilvoll. Manche Männer tragen das auch, und Brynjolv hat mir erzählt, dass wenn man im Berufsleben täglich einen Anzug trägt ist es sehr angenehm wenn dann bei solchen Feierlichkeiten nichts anziehen muss, was mit der Arbeit verbunden ist.
Nach der Konfirmation ging es in ein Hotel, wo gefeiert wurde. Der Nachmittag dort war einfach schön. Es gabe gutes Essen, lustige Spiele, tolle Unterhaltungen.
Am Abend hat dann das Abschiednehmen schon angefangen. Nina und Brynjolv sind mit ihren Mädels und zusammen mit Ingyn und Kolbjörn schon am Abend nach Bodø geflogen, genau wie Øyvor und Svein nach Oslo.
Der Abend klang dann noch gemütlich bei Audny und Per Kristian aus. Da wir schon um kurz vor sechs das Haus verlassen mussten sind wir dann auch nicht all zu spät ins Bett gewandert.
Es war ein unglaublich tolles Wochenende mit schönen Begegnungen, tollen Gesprächen und einfach rundum gut!! Ich werde mich sicherlich nicht sehr lange daran erinnern und bei dieser Erinnerung wird mir einfach richtig warm ums Herz. Das hört sich jett zwar wirklich dramatisch und schwülstig an, aber trifft es einfach. J
Achso, meine Kamera hat leider einen Knall, daher sind meine Bilder nichts geworden. Ich werde mal versuchen möglichst viele zu organisieren und dann auch hier zu posten.
Der Rückweg nach Halmstad war dann sehr angenehm und ich war auch noch zwei Stunden in Oslo spazieren. Und je öfter und je länger ich in Oslo bin bzw. war desto besser gefällt es mir. Oslo ist schon…mhm… ‚speziell’!
Ja, ich weiß, mein Oslobericht und –bilder fehlen noch. Kommt bestimmt noch irgendwann.-)
Das wirklich tolle wieder hier in Schweden zu sein ist (neben den ganzen lieben Menschen um mich herum) ist das Wetter. Mit Ausnahme des 1.Mais – da hat es Bindfäden geregnet – ist es Sommer hier. Wirklich toll! Wir sitzen fast jeden Tag mit unseren Laptops draußen, das Beachvolleyballfeld ist in ständiger Benutzung und es kriechen Menschen aus ihren Zimmern, die ich noch nie zuvor gesehen habe… faszinierend!!! ;-)