So richtig viel hab ich auch schon ne Weile nicht mehr geschrieben. Aber jetzt:
Unterm Strich gehts mir sehr gut.
Das Semester ist sehr durchwachsen. Einige Fächer sind sehr interessant und einige Profs sind angenehm. Andere Fächer sind kacke und die Profs noch viel bescheuerter. Aber das ist ja meistens so. In einer Hinsicht haben fast alle Profs nen Schuss. Sie haben ne Abneigung gegen Klausuren. Klar, zuviele Klausuren finde ich auch nicht prickelnd. Aber ich schreib dieses Semester nur in einem Fach eine Klausur. Ansonsten stehen 5 Präsentationen und 4 Hausarbeiten an. Alles in verschiedenster Kombination, von alleine bis zu siebt ist alles dabei. Das ist auch mal wieder übertrieben. Ich hab versucht mir die Termine über das Semester zu verteilen, soweit es eben geht. Eine Präsentation hab ich schon hinter mir, eine Hausarbeit ist fast fertig. Dadurch, dass die ganzen Präsentationstermine und Abgaben noch im Semester sind ists ein bisschen heftig. Das Semester ist ja sowieso nur so kurz. Wir haben am 7. März mit den Vorlesungen angefangen und sie gehen bis zum 18. Juni. Also grade mal drei Monate. Und dann hab ich schon wieder Ferien.
Dazwischen stehen noch angenehme Sachen an wie:
8 Tage mit Dilan bei Tanja in Barcelona
eine Woche Berlin-Exkursion mit Wochenende bei Jo
Aber auch nicht so angenehme:
eine Woche Messe-Hostess auf der Hannover-Messe
eine Woche Uni-Promo-Tour
Wochenendseminar
Deswegen ist bis Mitte Juni schon alles verplant.
Nur danach tut sich ein Loch auf. Unsere tolle Exkursion nach Irkutsk und Moskau wurde mangels Teilnehmer abgesagt. Daher muss ich mir noch überlegen was ich alles im Sommer mache. Außer drei Wochen Post.
Die neue Wohnung ist toll. So richtig. Ich fühle mich unglaublich wohl. Und meine Mitbewohner und unsere Besucher auch. :) Die Lage ist sensationell. Ich mache eigentlich alles nur noch per Fuß. Okay, auch deswegen weil ich mein Rad nach dem Unfall immer noch nicht habe reparieren lassen. Muss ich unbedingt diese Woche machen.
So langsam kommt der Frühling. Zumindest tagsüber, wenn die Sonne scheint. Ansonsten wirds immer noch empfindlich kalt. Deswegen lag ich wohl letztens auch mal wieder richtig flach. Drei Tage Bettruhe mit hohem Fieber. Alle meinen ja, das läge an meinem Lebenswandel. Aber das stimmt nicht. Weniger gefeiert habe ich seltenst :) Ich bin davon überzeugt, dass es am Klima liegt. Das ist hier wirklich anders. Und ich unterschätze es andauernd. Ich zieh zu dünne Jacken an, oder mal keine Mütze. Das geht alles noch nicht hier.
Ja, die Feierei. Die läuft. Zum Glück. Das angenehme ist, dass ich eine Kommilitonin habe, die so wie ich studieren. Absolut nach dem Minimalprinzip. Und das funktioniert. Also lieber mal ein Nachmittag konzentriert am Stück. Und der Rest der Woche wird das Wetter genossen, oder einfach die Zeit, oder sonst was :) Und obwohl wir so sackviel zu tun haben, und schon alles durchgeplant ist geht das wunderbar. Oder vielleicht grade deswegen. Bei uns beiden ist der Mittwoch zum Ausgehen schon fast festgelegt. Spätestens um 5 gehen da die Lichter an und wir haben erst um 12 Vorlesung. Das passt immer :) Meistens sind es wirklich nur wie zwei. Das reicht aber auch :) Wir fragen natürlich immer brav nach, ob noch wer mit will. Aber die anderen studieren ernsthafter. By the way, für alle, die sich Sorgen machen: Ich hatte noch nie in meinem Leben so gute Noten, daher kann ich mir das leisten finde ich :) Ist ja auch nicht schlimm, dass niemand mit will. Aber es gibt leider einige, die nicht mit wollen und man das Gefühl hat sie würden eigentlich schon gerne und dann schlägt das oft in Missgunst um. Das nervt mich enorm. Da gehts nicht um kleine Sticheleien, wenn ich etwas fertig in der Vorlesung hänge. Das wäre ja okay. Nein. Zum Teil ist das echt böser. Nur weil einige wirklich neidisch sind. Aber die könnten sich das genauso 'leisten'. Tun sie nur nicht. Nun ja.
Zu meinen Mitbewohnern: wir sind doch sehr unterschiedlich. Aber wir können alle drüber lachen.
Pauline ist der Workaholic. Sie verbringt fast ihre ganze Zeit mit Sachen fürs Studium oder die FH. Okay, sie ist auch Hiwi. Und noch in ner Studenteninitiative. Aber man muss es auch nicht übertreiben. Eigentlich ist sie ne coole Socke mit nem großen Mundwerk. Das kommt aber manchmal zu kurz und geht vor lauter Arbeit, zum Teil sich selber aufgehalster Arbeit, unter.
Murali ist typisch Mann und manchmal deutscher im Denken als wir. Er hört nie zu. Oder zumindest fast nie. Wenn man zeitliche Absprachen treffen will (z.B. Wann gehen wir joggen?) und man ihm nicht direkt in die Augen dabei schaut und ganz klar formuliert: 'Um halb 4 gehen wir joggen.' kommt das überhaupt nicht an. Beispiel: Pauline und ich sitzen in der Küche, besprechen irgendwas, was die Wohnung betrifft. Und er ist auch in der Küche. Dann denke ich er hats mitbekommen. Hat er aber nicht. Und nein, seine Sprachkenntnisse sind nicht das Hinderniss. Sondern das er nicht zu hört. Bzw. es interessiert ihn einfach nicht, oder er fühlt sich nicht angesprochen. Das ist sooooo nervig!! Und wenn ich ihm nen Zettel schreib, funktioniert das auch nicht. Weil dann liegt der Zettel irgendwo und die Info kommt gar nicht in seinem Kopf an. Zum Punkt, er ist deutscher als wir: Wenn er ne Frau sieht, die Absätze trägt, denkt er erst mal daran, dass die arme Frau Rückenschmerzen davon bekommt. Oder wenn jemand mit dünnen Reifen am Fahrrad auf nem unbefestigten Weg fährt, denkt er erstmal daran, dass das nicht gut für die Reifen ist. Ich könnt noch einige solche Storys erzählen. Und ich erinnere daran: er ist Inder. Und zwar ein richtiger. Er ist seit einem knappen Jahr in Deutschland.
Naja, beide gehen weniger aus als ich. Und manchmal fühl ich mich dann schlecht. Aber ich finde, dass ich das nicht muss! :D Ich will jetzt nochmal dieses und das nächste Semester genießen. Weil dann ist schon die Masterarbeit dran und da weiß ich ja nicht wieviel Zeit ich für anderes habe. Kommt ja drauf an über was und wo ich schreibe.
Und dann bin ich schon fertig. Aber bezüglich der Zukunft bin ich sehr entspannt. So wie sich die Sache derzeit gestaltet hab ich ein relativ sicheres Angebot aus Karlsruhe und ein relativ sicheres Angebot aus Pforzheim. Das sind nicht unbedingt meine Traumstädte. Aber da weiß ich, dass ich unter den jeweiligen Chefs richtig gefordert bin und sehr viele Freiheiten habe und richtig was machen kann. Meine größte Angst ist es, nach dem Master irgendwo zu landen wo ich nur Tätigkeiten auf Sachbearbeiterebene machen darf bzw. nicht wirklich was 'machen' im Sinne von 'gestalten' darf. Und dann geh ich auch erst mal nach Pforzheim oder Karlsruhe. Mein Traum wäre eigentlich in Stuttgart zu arbeiten. Oder wenn sich was tolles ergibt nochmal ins Ausland :) Mal schauen. Aber ich muss mir keine Sorgen machen. Da bin ich sehr dankbar. Und alles andere ergibt sich.
Und heute freue ich mich sowieso noch über das Wahlergebnis von gestern und bin ganz traurig, dass ich mich hier offiziell gemeldet habe und deswegen nicht mitwählen durfte. Aber das hätte wohl auch nicht sooo den Unterschied gemacht ;)
So long! Gehabt euch wohl!
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